Ein Wort an unsere moslemischen Mitbürger

"Mich geht das nichts an, ich bin Moslem", mit diesen Worten gab mir jemand einmal mein Flugblatt mit dem Text "Würden Sie der Kirche 35.000 Euro schenken?"  wieder zurück.

Doch ist das so einfach? Sicherlich zahlen unsere moslemischen Mitbürger keine Kirchensteuern an die deutschen Staatskirchen. Doch neben den Kirchensteuern erhalten die christlichen Staatskirchen noch einmal den gleichen Betrag in Form von direkten und indirekten staatlichen Subventionen. Dafür haben ausnahmslos alle Steuerzahler aufzukommen, neben Atheisten natürlich auch Moslems. Der angebliche Rechtsstaat Bundesrepublik Deutschland zwingt also jeden dazu, die Religionsausübung der Christen mitzufinanzieren. ...und das geht jeden an!

Grundsätzlich sind die Vorraussetzungen für Toleranz gegenüber der islamischen Kirche besser als gegenüber den christlichen Staatskirchen. Die islamische Kirche verlangt keine Kirchensteuer, obgleich sie nach dem Grundgesetz der BR Deutschland darauf Anspruch erheben könnte: "Anderen Religionsgemeinschaften ist das gleiche Recht zuzubilligen, wenn sie Gewähr bieten, auf Dauer zu existieren." Islamische Feiertage sind nicht gesetzlich geschützt, obgleich in vielen Gegenden der Bundesrepublik die Zahl der Moslems die der Christen bereits übersteigt. Der Ruf des Muezin bleibt verboten, weil niemand gegen seinen Willen zur Teilnahme an religiösen Übungen gezwungen werden darf.

All das ist gut so und sollte sich auch nicht ändern. Die islamische Kirche darf keine Privilegien für sich beanspruchen, wenn sie akzeptiert werden will. Staatliche Zuschüsse für den Bau von Moscheen - sei es von der Kommune, dem Land, dem Bund oder der EU - sollte die islamische Kirche aus Gründen ihrer Glaubwürdigkeit ablehnen.

Dabei braucht die islamische Kirche sich nicht vor einem weltlichen Staat zu fürchten. Die islamische Kirche kann aus eigener Kraft existieren, wenn sie nicht die Ideale ihrer Religion verrät, so wie es die christlichen Großkirchen Europas seit 2.000 Jahren gemacht haben. Ein durchaus gutes Vorbild gibt die Türkei. Sicherlich liegt auch in der Türkei noch vieles im Argen, doch Fakt ist, daß es heute in der Türkei mehr Religionsfreiheit gibt als in der Bundesrepublik Deutschland. Die Türkei ist dem Ziel eines weltlichen Staates näher gekommen.

Neulich wurde die Frage diskutiert, wie weit Religionsfreiheit gehen darf. Ist das Schächten von Tieren, so wie es bei Moslems üblich ist, erlaubt? Ist der Tierschutz wichtiger als Religionsfreiheit? Ich meine ja. Die islamische Kirche sollte umdenken und ihr Verhalten ändern. Ich denke, es dürfte auch kein großes Problem sein, da sich grundsätzlich die islamische Religion auch dem Schutz von Tieren und der Umwelt verpflichtet fühlt.

Der größte Hinderungsgrund für Toleranz ist die Nichtanerkennung des Rechtes auf religöse Selbstbestimmung der Menschen durch die islamische Kirche. In Afghanistan wurde jemand zum Tode verurteilt, weil er die islamische Kirche verlassen wollte. Solch ein Verhalten kann nicht toleriert werden und schadet dem Islam nur.

Schwerwiegend ist vor allem auch die religiös motivierte Beschneidung männlicher Kinder. Hier ist der objektive Tatbestand der Körperverletzung gegeben, der eine strafrechtliche Verfolgung nach sich ziehen sollte. Leider sind die europäischen Behörden in dieser Beziehung völlig blind, weil auch ähnliche Beschneidungen von religiösen Juden durchgeführt werden. Selbst konstruktive Kritik gegen Juden wird immer noch tabuisiert. Die Folgen können verheerend sein. In diesem Zusammenhang verweise ich ausdrücklich auf die israelischen Atomwaffen, die indirekt auch die europäische Sicherheit gefährden. Es wäre jedenfalls ein großer Gewinn für das Ansehen der islamischen Kirche, wenn sie auf freiwilliger Basis die Beschneidungen abschaffen würde.

Das größte Problem der islamischen Kirche liegt in der ideologischen Schwäche der islamischen Religion. Ich verweise in diesem Zusammenhang auf den Karrikaturenstreit, der im vergangenen Jahr ausgetragen wurde. Was soll die ganze Aufregung wegen einer kleinen Mohammed - Karrikatur, die in einer kleinen dänischen Zeitung erschien? Religion muß Kritik aushalten können, ausdrücklich auch unsachliche Kritik, Spott und Beleidigungen. Wer eine starke Ideologie auf seiner Seite hat, steht über diesen Dingen!

Stärke zeigt eine Kirche dann, wenn sie nicht versucht, ihre Religion mit Gewalt zu verbreiten. Sicherlich glaubt jede Kirche, da´sie mit ihrer Religion den Menschen etwas Gutes tun will, denn sie verspricht das Seelenheil und den Einzug in das Paradies. Nun sollte aber JEDE KIRCHE ihre Religion nurr mit Argumenten verbreiten, aber nicht mit Gewalt. Wenn die Argumente in der Bevölkerung keinen Widerhall finden, sollte JEDE KIRCHE über die Gründe nachdenken und auch selbstkritisch sein.

Das alte europäische Christentum hat abgewirtschaft und wird von den Regierungen nur noch künstlich am Leben gehalten. Eine Chnace für eine Reform der christlichen Staatskirchen sehe ich nicht mehr, diese Gelegenheit ist seit 2.000 Jahren nicht genutzt worden.

Der Islam könnte jedoch aus den Fehlern des Christentums lernen und auf Dauer eine bessere Kirche werden, die den Respekt auch von Anders - und Nichtgläubigen verdienen würde. Langfristig wird sich der Atheismus überall auf der Welt durchsetzen. Diese Entwicklung ist folgerichtig und läßt sich auch nicht verhindern, noch nicht einmal in den heute noch stark vom Islam geprägten arabischen Kulturraum. Aber es wird immer eine Gruppe Menschen geben, die nach einer echten religiösen Befriedigung suchen. Darin ist die Chance zu sehen. Ob der Islam sie nutzt oder vestreichen läßt, so wie die christlichen Staatskirchen, wird der Islam selbst entscheiden.

 
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